Altersarmut und Arbeitslosigkeit: Cui bono?

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Okt 222012
 

 

Im UK und in den USA ist es schon lange soweit. In der BRD soll es nach dem Willen von Versicherern und Banken und deren Lobbyisten, die daran hervorragend verdienen, genauso werden. Die staatliche Rente ist zur Basisrente geschrumpft worden und reicht nicht mehr zum Leben.

Davon profitieren ausschließlich private Versicherungen und Banken. Private Rentenversicherer werden von „Heuschrecken“ übernommen, die die Einlagen der Versicherten verzocken. Und dann ist die Altersvorsorge auf einmal zunichte. Bestenfalls verteilt der Staat aus Steurgeldern ein Trostpflaster an die gelackmeierten Privatversicherten. Private Rentenversicherungen verschlingen zudem Unsummen an Verwaltungs-, Werbe, und Honorarkosten für Lobbyisten, geschmierte Politiker und Journalisten. Die Zerstörung der staatlichen Rente ist kein Zufall! Sie ist politisch gewollt und wurde massenmedial im Stil von Orwells „1984“ vorbereitet.

Bei der Zeitmarke 41:06 in dem SWR-Beitrag „Rentenangst“ von  Ingo Blank und Dietrich Krauß sehen wir einen jungen Mann, der den ehemaligen Minister Riester auf einer SPD-Veranstaltung mit Fakten konfrontiert. Diese Vorgehensweise empfielt sich bestens an den unvermeidlichen Wahlkampfständen von CDU, FDP, SPD und Grünen. Konfrontieren Sie die Kandidaten mit harten Fakten, bleiben sie ruhig, auch wenn es schwerfällt, denn Ihr Zorn ist berechtigt; und lassen Sie sich nicht von dem üblichen neoliberalem Geschwätz ins Boxhorn jagen! Begehren Sie auf! Weisen Sie Freunde und Bekannte auf den vorstehenden Beitrag hin. Tragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis und in der Öffentlichkeit dazu bei, korrupten Politikern, käuflichen Journalisten und unverschämten Profiteuren von Altersarmut und Arbeitslosigkeit das Handwerk zu legen!

Die Absenkung und damit die Erzeugung der Altersarmut wurde sinnigerweise in einer vom Staat und uns Steuerzahlern alimentierten Kommission, der Rürup-Kommission, vorbereitet. Dort haben gleich mehrere als Professoren verkleidete Lobbyisten mitgewirkt: Rürup, Raffelhüschen, Börsch-Supan vom Institut „mea“ aus … Mannheim, das sich, finanziert von der Versicherungswirtschaft und dem Land Baden-Württemberg, mit der Alterung beschäftigt. Andere Professoren waren auf anderen Ebenen beteiligt: Hans-Werner Sinn, Meinhard Miegel usw.
Die Rürup-Kommission war – wie viele andere Einrichtungen auch – eine als Kommission getarnte Infiltration der öffentlichen Hand durch private Interessen.

Der liebe Gerhard Schröder rühmt sich des Aufbaus des besten Niedriglohnsektors in Europa. Damit meinte er nicht, dass unsere Niedriglöhner am besten bezahlt werden; er meint, dass wir hierzulande die durch niedrige Löhne, durch Leiharbeit, durch Hartz IV und durch unsichere Arbeitsverhältnisse erzeugte Armut am perfektesten vorangetrieben haben.

Albrecht Müller dokumentiert auf den NachDenkSeiten seine Einführung zu
Podiumsdiskussion und Themenabend des Heidelberger Vereins Obdach e.V. am
16.10 2012. Thema: Armut im Alter.

Festungshaft für Sitzredakteure

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Okt 102012
 

Das kann leider nur Putin, denke ich. Wenn ich es könnte, würde ich alle Nachrichtenredakteurinnen und Redakteure, die heute das Wort ‚Lagerhaft‘ in der Meldung über die Berufungsverhandlung für die Pussy-Riots-Frauen benutzt haben, zwei Tage in die Festung von Omsk, gleich bei Imsk, um die Ecke rum von Umsk sperren lassen! Ziemlich viele Redakteure schreiben einfach ab und halten das für  gut. Ist das gut?- Gar nicht gut! Aber echt russisch! Hei.Hei. Und schon für diesen Scherz werden mich die späten Jünger Gerhard Löwenthals sofort einen Stalinisten schimpfen. Das ist kein Scherz, werden sie behaupten. Da kann ich mit leben.

Aber kommen wir zur Sache. Ich gebe zu, dass ich total (ein hässliches Wort) auf Deduktion stehe. Heute hat meine PussyCat, bei der Jagd nach einem lebensmüde torkelnden Brummer  meine geliebte, ja heilige Teekanne vom Tisch gefegt – tot, Brummer und Teekanne. Das darf natürlich nicht ungesühnt bleiben. Denn schließlich hat Pussy meine religiösen Gefühle verletzt. Außerdem bin ich (glaube ich) immer noch der Boss hier, denke ich.

Pussy machte sich gleich nach der Tat daran, den Tunfisch in ihrem Fressnapf zu verschlingen, denn Tätigkeit macht hungrig, welcher Art sie auch sein mag. Normalerweise ist Pussy bei der Brummerjagd wesentlich vorsichtiger – aber das Wetter, und dann war ich heute auch überhaupt etwas unaufmerksam. Das muss gesagt werden, weil es wahr ist. Ich stellte mich also zum Fressnapf dazu und Pussy vor die Wahl: Willst Du Deutschlandfunk oder Kulturradio zur Strafe?

MIaaaooooo. Sie wusste nicht gleich, was ich meine. Ich präzisierte also: Gefängnisstrafe(Deutschlandfunggg 15:30 Uhr) oder Lagerhaft(kultuuradio vom rbb 14:00 Uhr)? Ein bis drei Sekunden blickt Pussy von Ihrem Mahl auf, miaut gottserbärmlich in die Welt hinaus, als täte ich ihr gerad‘ auf den Schwanz treten. Ich deute das als ‚Was? Zuchthaus für solch eine Albernheit?‘

Zuchthaus. Diese Variante der Meldung über die Bestätigung der Verurteilung von zwei Pussy-Riot-Frauen und Bewährungsstrafe für eine dritte bei der Berufungsverhandlung in Moskau hat mir noch gefehlt in den deutschen Nachrichten. Beim Inforadio auf der Homepage konnte man sich wieder mal nicht entscheiden, ob man in der Sache nun Hü oder Hott sein darf: ‚Lager-Haftstrafe‘ – wo gibt’s denn sowas im Deutschen??? Im Hauptwort Lager schwingst auch immer ein bisschen KZ mit, wenn wir es auf deutsch sagen. Und das ist so gewollt. Jetzt ist 15:00 Uhr; es läuft immer noch Deutschlandfunggg, und die Gefängnisstrafe ist in der neuen Nachrichten-Meldung zur Lagerhaft mutiert.

Es gibt auch Verben, Damen und Herren Redakteure, aber die benutzen Sie vorzugsweise als Bremsklotz, nähmlich benutzen sie sie, nämlich substantiviert. Es gibt so schöne abwechslungsreiche Verben: Inhaftieren, einkerkern, einsperren, arretieren, internieren, füsilieren, sollten jemand in der Redaktion die Rosen mit dem Staatsanwalt durchgehen. Nun ja.  Pass dich an, und du bist niiiiiiiiiiie einsam, behältst deinen Job und kommst vielleicht später mal nicht ins Lager, wenn der Wind sich gedreht hat.

Miaoo – Miiaooooooooo. ‚Was ist denn nun‘?, fragt mich meine Katze und meint nicht, ob sie nun Lagerhaft, Gefängnisstrafe oder Lager-Haftstrafe kriegen will, sondern natürlich, dass ich noch was in den Napf tun soll. Ich hebe den rechten Zeigefinger zur UrteilsverkündungXXL: Du, Du, Du! Böse Terrorkatze! Ich verkneife mir den Ukas Festungshaft. Denn wer sollte den durchsetzen? Ich bestimmt nicht. Du bist fortan – vergeneralabsolutiert, sage ich (so streng wie möglich). Das scheint mir gut benamst – mit der Vorsilbe ‚ver‘ und dem ‚general‘ das ist deutsch genug – und mit dem ‚absolutiert‘ darin, das klingt sogar schlau;  und es beweist, dass ich nichts gegen Katholiken habe, könnte man denken. Dazu ziehe ich eine spitze Schnute, wie Pussy sonst, wenn sie zufrieden ist. Dann eile ich – zum Radio und schalte es für den Rest des Tages aus, aus, aus – gehe zurück in die Küche, räume die Scherben beiseite und öffne eine neue Dose Tunfisch. Die Trauerarbeit um meine Teekanne hält an.

Endlich ein Katzenbild hier. Jetzt ist es eine echte Webseite.

 

Dringend abonnieren!

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Okt 082012
 

Liebe Leserinnen und Leser von AgenturQuerulant!

Neben den NachDenkSeiten und Telepolis  ist die marxistische orientierte, linke Tageszeitung junge Welt meine liebste und wichtigste tägliche Lektüre. Auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, aber das wäre ja auch dämlich; ich halte die junge Welt für eine Institution, für eine nicht verzichtbaren Stimme außerhalb des Einheitskonzerts der sogenannten  Qualitätsmedien. Ich habe seit drei Jahren ein Online-Abo. Denn: Die junge Welt, hat,  was die anderen nicht mehr haben – sie ist wirklich unabhängig. Die junge Welt bietet wirklich Qualitätsjournalismus. Nicht durchgängig, denn das ist, wie alle Kolleginnen und Kollegen wissen, gar nicht machbar, aber zu 98 %. Und das reicht mir.

Was würden ich jetzt machen z.B. (um nur einige zu nennen)  ohne die Informationen aus Syrien und Libyen von Karin Leukefeld, die Berichterstattung aus Athen von Heike Schrader, die fundierten Analysen des linken Wirtschaftswissenschaftlers Lucas Zeise, die Beiträge von Tomasz Konicz, ohne unsere alten Lieblingsfeuilletonisten, Genossen W. Droste und die Betrachtung Wirtschaft als das Leben selbst  des geschätzten Kollegen H. Höge? Die alle helfen mir und vielleicht auch bald Euch/Ihnen  den Durchblick zu behalten! Was würde ich machen ohne sie? Versauern und mir über die neoliberale Gleichschaltung der Medien ein Magengeschwür holen. Dazu esse und trinke ich viel zu gerne!

Ich bin nicht allein. Du bist nicht allein. Aber nicht weil wir von der Liebe träumen, sondern von einer modernen sozialistischen Gesellschaft. Damit die kein Traum bleibt, brauchen wir Medienmacht, brauchen wir unsere eigenen Medien! Jawoll! Es wäre sehr öde, wenn es diese Tageszeitung nicht gäbe. Wir dürfen die wenige, so hart erkämpfte Medienmacht nicht leichtfertig aus den Händen geben(wie seinerzeit Radio 100). Um jedes einzelne Projekt müssen wir kämpfen. Wir werden sie alle brauchen!

Deshalb bitte ich Euch/Sie darum, die junge Welt zu abonnieren, der Genossenschaft beizutreten oder zu spenden! Es folgt der Aufruf von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verlag und Redaktion:

junge Welt in Gefahr

Damit die Zeitung weiter erscheinen kann, bitten wir jede Leserin, jeden Leser um ein Abonnement!

Liebe Leserinnen und Leser,

das weitere Erscheinen der jungen Welt ist akut bedroht. Zwar konnten wir im Gegensatz zu fast allen anderen überregionalen Tageszeitungen den Bestand an Abonnements und den Verkauf am Kiosk stabil halten oder sogar steigern. Dennoch haben wir mit existentiellen ökonomischen Problemen zu kämpfen. Dafür gibt es drei Hauptgründe:

1. Die Kosten steigen schneller als die Einnahmen. Zum einen, weil wir für Personal in Verlag und Redaktion deutlich mehr ausgeben als noch vor ein oder zwei Jahren. Zum anderen haben wir die Zeilengelder für hauptberufliche Journalisten verdoppelt. Aber auch andere Kostenfaktoren sind gestiegen, so erhöhten Post und manche Zustelldienste ihre Gebühren erheblich.

2. Mit juristischen Angriffen belasten staatliche Stellen, Einzelpersonen und politische Organisationen unsere Handlungsfähigkeit. Dabei geht es nicht nur um ökonomische Faktoren. Ergebnis ist auch, daß unsere bescheidenen Kräfte zu sehr für die Abwehr solcher Angriffe gebunden werden.

3. Die finanzielle Lage potentieller und schon vorhandener Abonnenten wird schwieriger. Deshalb können wir unsere Probleme nicht einfach durch eine kräftige Preisanpassung lösen. Für manche ist schon heute unsere günstigste Preisstufe, das Sozialabo, kaum oder nicht mehr zu bezahlen.

Im Ergebnis heißt das, daß wir die junge Welt subventionieren. Aber trotz Verzicht auf eine bescheidene Lohnanpassung in diesem Jahr fällt allein für den Zeitraum Januar bis September 2012 ein Verlust von über 100000 Euro an. Voraussichtlich wird dieser bis zum Jahresende auf etwa 140000 Euro anwachsen. Damit ist die Existenz der Zeitung gefährdet. Und zwar nicht nur, weil dieses Geld zur Deckung der aktuellen Kosten fehlt. Es gibt mindestens drei weitere Gründe, warum wir unter solchen Voraussetzungen nicht einfach weitermachen können:

1. Unsere technische Arbeitsgrundlage ist veraltet. Wir arbeiten ohne technisches Redaktionssystem, der Onlineauftritt bedarf einer Neustrukturierung. Eine Umstellung würde auch eine Erneuerung der Hardware erfordern. Da wir aber alle verfügbaren Mittel, also auch Spenden und Genossenschaftseinlagen, vorrangig für die Aufrechterhaltung des Tagesbetriebes benötigen, stehen für diese und andere Schritte notwendige Investitionsmittel nicht zur Verfügung.

2. Die Mitarbeitenden von Verlag und Redaktion leisten ihren Beitrag für den Erhalt der Zeitung nicht nur durch engagierte Arbeit, sie nehmen auch hin, daß sie dafür schlecht bezahlt werden. Allerdings sollte das Gehalt für ein einigermaßen sorgenfreies Wirtschaften ausreichen. Das ist zur Zeit nicht mehr der Fall – und das kann auf Dauer nicht so bleiben.

3. Klar ist, daß finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit nur mit einer ausreichend großen Zahl von Leserinnen und Lesern garantiert werden kann, die die junge Welt abonnieren. Das setzt allerdings voraus, daß diese Zeitung und ihr journalistisches Angebot überregional bekannt sind. Auch wenn wir vieles durch Engagement, Originalität und Leserunterstützung ausgleichen, sind dafür erhebliche ökonomische Mittel für Werbung und Aktion nötig. Die stehen uns nicht ausreichend zur Verfügung.

Unsere ökonomische Schieflage können wir nicht durch Sparmaßnahmen korrigieren. Vor allem, weil wir unser journalistisches Angebot nicht reduzieren, sondern verbessern wollen. Es gibt nur eine Möglichkeit, um alle angesprochenen Anforderungen zu erfüllen, also finanzieren zu können: Wir brauchen deutlich mehr Abonnentinnen und Abonnenten. Nur wenn wir durch Einnahmen aus Abonnements die laufenden Kosten für Erarbeitung, Druck und Vertrieb der jungen Welt decken können, stehen Spenden und Genossenschaftsgelder für nötige Investitionen zur Verfügung.

Damit diese Zeitung weiter existieren kann, wenden wir uns heute an alle Nutzerinnen und Nutzer der jungen Welt mit der Bitte, ein Abonnement abzuschließen. Ansprechen möchten wir zunächst jene, die jW im Internet nutzen, am Kiosk kaufen oder irgendwo mitlesen – aber noch kein eigenes Abo haben. Wir bitten aber auch alle Abonnentinnen und Abonnenten, im Rahmen dieser Kampagne im Freundes- und Bekanntenkreis ein reguläres Abonnement zu werben oder zu verschenken. Auf der XVIII. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 12. Januar 2013 in Berlin werden wir Bilanz ziehen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verlag und Redaktion der Tageszeitung junge Welt

Auf dem Rücken der Armen und Schwachen

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Mrz 022012
 

Beim gerade beendeten Gipfel in Brüssel unterzeichneten 25 Staats- und Regierungschefs aus 27 EU-Staaten einen »Fiskalpakt«, der nun wirklich alles richten soll. Mit diesem Vertrag wird den anderen Ländern eine von Berlin entwickelte Politik des rabiaten Abbaus des Sozialstaates aufgezwungen, in der die Rettung der Banken und des Euro auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung, der Armen und Schwachen, der Rentner und Studierenden europaweit kodifiziert wird.

Rainer Rupp im Artikel "Operation Finanzkanone" in der Tageszeitung 'Junge Welt'