Apr 282017
 

Ich weiß nicht, zu wem ich bete.
Ich weiß, es hat keinen aussprechbaren Namen.

Das ist nicht nur, dass man das nicht aussprechen darf, ohne Schaden zu nehmen,
Das ist, weil es nicht nötig ist.

Ich weiß, dass nicht klar ist, ob es alles, jemand oder niemand oder nichts ist.
Aber kein Gegenstand, mit dem zu rechnen wäre…

Mein Instinkt sagt mir, dass es keinen Namen will oder alle-
Man könnte sagen, soviel ist fast sicher.

Da ich töricht wäre, nicht zu riechen, dass die zweite Hälfte meines Lebens begonnen hat.
Weil ich immer (schon als Kind) im Hinblick aufs Ende kalkuliert, und dennoch nicht an Endlichkeit geglaubt habe.
Oft, zu oft von Sorge und mehr noch Empörung , ja Wut behindert –
Obwohl ich in friedlichen Zeiten lebte.

In meiner Gegend.

Aber weil ich sah, wie dies Sterben vollzogen werden soll,
Wenn es nach denen ginge.
In dieser behüteten Welt.
Zu meiner Zeit.

In meiner Gesellschaft der Heuchler und Herzlosen.
Wie eh und je unwidersprochen von den Weisen des Tages…

Nun: Dann ist das bisschen Gewissheit schon begründet als Marxist.

Herbscht

 En passant  Kommentare deaktiviert für Herbscht
Okt 122016
 

Herbscht ist.

Vom Balkon

nach drinnen

entrinnen

ins Warme

die Spinnen.

Früher, ich kann mich entsinnen,

Hatte ich Angst vor Spinnen.

Schwer, wie die Jahre verrinnen,

Geht meine Furcht auch von hinnen.

 

Spinnen.

Gestaltungsabsicht und Naturinterna

 En passant, Zukunft  Kommentare deaktiviert für Gestaltungsabsicht und Naturinterna
Jun 272016
 
Friedrich August von Hayek 1981

Friedrich August von Hayek 1981

Im menschlichen Sinn kann es keine natürliche Ordnung geben, denn der Mernsch kann seine Ordnung entwerfen und verwerfen und entwerfen usw, usf .

Sich argumentativ auf eine Ordnung zu berufen, die von der Natur vorgegeben sei, bedeutet, den Gestaltungsspielraum, der sich aus diesem Vorteil ergibt, einer phantasmatischen a priori Realität unterzuordnen, anstatt die Realität mit den Mitteln der Vernunft zu gestalten.

Warum Gestaltungsspielraum? Weil die Ordnung, die sich der Vernunft begabte Mensch gibt, ihre Grenzen in der materiellen Welt finden wird.

Was bedeutet das konkret? Die Vernunft gebietet den Erhalt der materiellen Welt in dem ihr jeweils eigenen Gefüge, das die Naturinterna und deren wechselnde Interaktion im Gleichgewicht halten hilft.

Die in allem wirkungsmächtigsten Interaktionen sind dabei Naturgesetze und die Gestaltungsabsicht, die beide zugleich auf die menschliche Ordnung verweisen.

Um zu verdeutlichen, welch erhebliche Gestaltungsmacht auf ein Ziel hin sich aus Gestaltungsabsicht erst ergibt, falls sie das Gleichgewicht der Interaktionen als Gestaltungsprinzip anerkennt, sei auf die uralte Herangehensweise der Naturbeobachtung verwiesen, die im Zeitalter der Algorithmen technische Schlussfolgerungen zulässt und gleichzeitig über sie hinausweisende wissenschftlichen Fragen aufwirft, auf die der Algorithmus nicht kommen konnte, weil seine Tragweite vorformatiert war. Stichwort Bionik.

Wenngleich ein Rechenergebnis durch das zielgerichtete Experiment in der Realität verifizerbar ist, gelangen die produzierten Fragestellungen nicht über das notwendig zu begrenzende Experiment hinaus. Und dennoch fliegt das Flugzeug mit der der beobachteten Natur geschuldeten unebener Tragfläche schneller.

Also ist eine weitere Vorgehensweise angebracht, um darüber hinaus gehende Fragestellungen zu produzieren – eben die absichtslose Beobachtung der Natur, also der Naturinterna und ihrer Interaktionen im Gleichgewicht.

Die Kombination beider fragenden Vorgehensweisen nenne ich hier mal keck materialistische Mimese.

Der gegenwärtig vorherrschenden ökonomisch/politischen Gestaltungsmacht fehlt es nicht an in der Realität erprobten Algorithmen wohl aber an der absichtslosen Beobachtung der durch sie erzeugten Realität.

Es ist nicht die vordringliche Frage, ob und in welchem Fall sich die ökonomische der politischen Gestaltungsmacht unterzuordnen habe oder umgekehrt. Die Frage sollte lauten, ob der durch die neoliberale Ökonomie und ihre politischen Verfechter gegenwärtig ausgeschöpfte Gestaltungsspielraum das Gleichgewicht der Interaktionen gewährleisten kann?

Die Vorgehensweise der materialistischen Mimese, die ich andeutete, führt zu dem Ergebnis, sie kann es mitnichten.

Die neoliberale Ökonomie und ihre politischen Verfechter produzieren fortwährend (oft genug auf nicht verifizierbaren Annnahmen und offensichtlich falschen Rechenbeispielen fußende) Rechenergebnisse, die dann politisch an die ökonomische Realtiät und die höhnisch weiter postulierte Gestaltungsmacht angepasst werden müssen, damit das Gebäude der neoliberalen Theorie nicht augenblicklich einstürzt. Zudem wird jede anders lautende Fragestellung negiert, die über dieses in dieser phantasmatischen a priori Realität erprobte Experiment hinaus weisen würde.

Unter den gegebenen Voraussetzungen bleibt der neoliberalen Ökonomie, ihren Vor- und Nachbetern trotz ansich guter Ausgangsposition denn nur noch Gestaltungsohnmacht. Es ist hohe Zeit, sich dieser Ohnmacht auf allen Ebenen zu widersetzen.

Der Austritt

 En passant  Kommentare deaktiviert für Der Austritt
Jun 242016
 

Ich persönlich halte mehr von direkter Demokratie, als von bürokratischer Ver(ge)walt(i)gung. Der Denkzettel, den Teile der Inselvölker Ihrer Regierung verpasst haben, wird kurz- und mittelfristig weder die Kriminellen in der City und an anderen Börsenorten wegfegen, noch zu irgend einer grundlegenden Verbesserung oder Verschlechterung der Lage der Lohnabhängigen in Europa führen. Wenn jetzt ein neuerliche neoliberaler Schub den totkranken globalen Kapitalismus schütteln sollte, hat das jedenfalls ursächlich überhaupt nichts mit dem Austritt zu tun. Und wenn sich die Lage des Proletariats nochmals verschärft, liegt das daran, dass es den Klassenkampf für sich noch nicht wieder entdeckt hat. Die Reichen haben das schon lange, wie uns Warren Buffet versicherte.

Stattdessen haben Demagogen auf Seiten der Austrittsgegner und der Austrittsbefürworter das Heft in der Hand. Die Reichen lassen die einen gewähren und strafen die anderen mit der geballten Macht ihres Medien-Eigentums ab. Herrschaftszeiten – es könnte auch umgekehrt kommen. Wenn es nützlich erscheint, schadet der deutschen Bourgeoisie auch die mit viel Scheibenkleister gebundene braune Soße nichts über dem Filet, das sie sich als Exportweltmeister abzuschneiden berechtigt fühlt……. Die einen Demagogen kennen wir seit Jahrzehnten, die anderen sind etwas ungeschickter, haben aber den Vorteil, dass Ihre schmierigen Fressen noch nicht so abgenutzt sind. Jene Fressen, die der abgeschlagenen Teil des Bürgertums, der seinen Kindern bisher erzählt hat, alles würde gut,  i.M.  „mit schweren Eisenhämmern“ einschlagen möchte – was soll’s also?

Und jetzt?  Kommt jetzt die Tsipras – oder die Vanoufakis-Nummer????! oder wählt sich die Regierung ein anderes Wahlvolk? So viele Fragen. So viele Möglichkeiten. Das einzige, was feststeht, ist das Gesicht von Sigmar Gabriel, wenn er vor die Kameras tritt. Und die Nahles und was da noch so senatspennert, kommen mit der weiteren Verschärfung des Sanktionsregimes bei ALG II ganz ungeschoren davon, weil wir so „geschockt“ sind von einem Akt der direkten Demokratie …..Eßt mehr Obst, schaut mehr Parlamentsfernsehen! Man denkt es wäre Improvistionstheater dabei ist jede Unappetitlichkeit detailliert inszeniert.  Der KIKA sendet mit „Bernd dem Brot“ im Kabel nach Sendeschluss, was es ist. „Es ist, was es ist, sagt die Liebe.“ – „Das nichts bleibt, wie es war.“

We’ll see.

Gerade noch…

 En passant  Kommentare deaktiviert für Gerade noch…
Aug 042015
 

Ich muss noch, ich muss noch’n Sechszeiler-
Mmmh, da ham wir den Salat.

Eigentlich ja zwei, denn gestern war ich auch so frei
Und habe nix gedichtet.

Und dann noch das Thema – Ekel,
Dabei geht’s mir heut so gut und die Sonne scheint.

Da sind wir beim Thema, sie scheint viel zu sehr,
Und das Dichten ist schwer.

Aber nichts im Vergleich zum richtigen Leben,
Obwohl ich ja Glück habe, eben.

Ach es ficht mich Verzweiflung, nein Ekel an,
Dass ich nie zufrieden sein kann.

 

... die Kurve gekriegt