Fundstelle 1989 – La vie en dose

Radio 100.000: La vie en dose – Ein Dosaster. Hörspiel von Ellen Fricke, Andreas Mengel und Gregor Schuster, 1989 (32:13). Realisiert im Elektronischen Studio der TU-Berlin – gesendet auf Radio 100.

Im Glashaus zu singen (7)

(7) DIY Der Spiegel wechselte zu den hübsch gekleideten Äffchen. Eine köstliche Inszenierung, denn an dieser Stelle versuchte ein sehr kleines Äffchen, ein Bruchstück des Tractatus in die Tanzszene zu schmuggeln: „Hätte die Welt keine Substanz, so würde, ob ein Satz Sinn hat, davon abhängen, ob ein anderer Satz wahr ist“, schrie der Primat, er war einarmig, seine Artgenossen an. weiterlesen…

Im Glashaus zu singen (5)

(5) hanc domum artis collendae causa condidit Die Tango tanzemde Frau, Mundl erinnerte sich endlich, hatte Ähnlichkeit mit der jungen Simone de Beauvoir. Doch sie und ihr etwas zu schöner Tanzpartner, eine Mischung aus Boxer und Cowboy waren spurlos verschwunden. Stattdesse warfen elf verstaubte Wandlüster den schmutzigen karmesinroten Schein der Tapeten in den menschenleeren Raum, der Mundl gerade so winzig weiterlesen…

Im Glashaus zu singen (2)

(2) Trau,schau,wem! op.463 So, so“, murmelte der Glatzkopp halb im Scherz und halb als Vorwurf, „SIE haben uns diesen Mist also eingebrockt – dann sehen SIE auch zu, wie wir da wieder raus kommen!“ Dabei strich er mit der rechten Hand über die Ödnis, als wolle er sie noch mehr zum Glänzen bringen. Wer den lieben langen Tag seine Glatze weiterlesen…

„Pandemie-Stresstest für die BRD“ – Junge Welt vom 14.03.2020

Während sich der Extremföderalismus als das Hinkebein des deutschen Kapitals erweist – in Kleinkleckersdorf wird Quarantäne verhängt, in Großkleckersdorf derweil Kirmes gefeiert –, zeigt sich die BRD nur in ihrer Kernkompetenz als ideeller Gesamtkapitalist uneingeschränkt handlungsfähig. »Bundesregierung sagt Kredite ohne Begrenzung zu.« Ob eine Schule zugemacht wird, bleibt hingegen Landräten und Bezirksbürgermeistern überlassen. Anstatt zu tun, was helfen würde – weiterlesen…

Im Glashaus zu singen (1)

Vorwort: Es ist schon eine Weile her und leider (wahrscheinlich an meiner Unzuverlässigkeit) gescheitert. Mein Freund Kolja und ich unternahmen gemeinsam den Versuch, jede Woche einmal einen Satz in eine Textdatei zu schreiben und so eine Geschichte zuwege zu bringen. Kolja und ich verbrachten in einer längst vergangenen Zeit Stunden unseres Lebens damit, oft sehr absurde Arbeiten für einen noch weiterlesen…

Zucht + Fleisch

Notiz am Waldrand beim Anblick eines Schweins hinter blauen Metallstreben (2002) Ich arme Sau, gezeugt in willkürlicher Absicht aus Haus- und Wildschwein, damit ich weniger friere und triebhaft mich ernähre von Früchten des Waldes, wie meine wilde Mutter, die als freies Schwein sterben wird an einer Ladung Schrot. Ich Bastard,  meinen Zweck erfüllend auf dem Gang zum Schlachter, vermisse ich weiterlesen…

Ich bin fromm

Ich weiß nicht, zu wem ich bete. Ich weiß, es hat keinen aussprechbaren Namen. Das ist nicht nur, dass man das nicht aussprechen darf, ohne Schaden zu nehmen, Das ist, weil es nicht nötig ist. Ich weiß, dass nicht klar ist, ob es alles, jemand oder niemand oder nichts ist. Aber kein Gegenstand, mit dem zu rechnen wäre… Mein Instinkt weiterlesen…

Herbscht

Herbscht ist. Vom Balkon nach drinnen entrinnen ins Warme die Spinnen. Früher, ich kann mich entsinnen, Hatte ich Angst vor Spinnen. Schwer, wie die Jahre verrinnen, Geht meine Furcht auch von hinnen.   Spinnen.

Gestaltungsabsicht und Naturinterna

Im menschlichen Sinn kann es keine natürliche Ordnung geben, denn der Mernsch kann seine Ordnung entwerfen und verwerfen und entwerfen usw, usf . Sich argumentativ auf eine Ordnung zu berufen, die von der Natur vorgegeben sei, bedeutet, den Gestaltungsspielraum, der sich aus diesem Vorteil ergibt, einer phantasmatischen a priori Realität unterzuordnen, anstatt die Realität mit den Mitteln der Vernunft zu weiterlesen…

Der Austritt

Ich persönlich halte mehr von direkter Demokratie, als von bürokratischer Ver(ge)walt(i)gung. Der Denkzettel, den Teile der Inselvölker Ihrer Regierung verpasst haben, wird kurz- und mittelfristig weder die Kriminellen in der City und an anderen Börsenorten wegfegen, noch zu irgend einer grundlegenden Verbesserung oder Verschlechterung der Lage der Lohnabhängigen in Europa führen. Wenn jetzt ein neuerliche neoliberaler Schub den totkranken globalen weiterlesen…

Gerade noch…

Ich muss noch, ich muss noch’n Sechszeiler- Mmmh, da ham wir den Salat. Eigentlich ja zwei, denn gestern war ich auch so freiUnd habe nix gedichtet. Und dann noch das Thema – Ekel,Dabei geht’s mir heut so gut und die Sonne scheint. Da sind wir beim Thema, sie scheint viel zu sehr,Und das Dichten ist schwer. Aber nichts im Vergleich weiterlesen…

Störung durch eine Schmeißfliege

Ein fetter Sozialdemokrat in seiner Not, Schlägt ein Schmeißflieg am Suppentellerrand tot: „Bäh, du Suppprolet wirst verderben mein Mahl, Durch Lügen verdient bei der letzten Wahl. Dass wir Sozen die Konten der Bosse mästen, Suppprolet, glaub es, ist zu deinem Besten! Dir sollte man ins Maul hau’n, wenn ich dich dich kriege, Wo möglich kartätscht euch Noske zum (nationalen) Siege. weiterlesen…

„Das absolut Mindeste, was ich von meinem Land jetzt erwarte…“

Ich muss ja bei diesen ganzen Foltergeschichten an Gandhi denken. Dem wird (wohl leider wenig substanziiert) nachgesagt, auf die Frage, was er von westlicher Zivilisation halte, geantwortet zu haben, das wäre mal eine tolle Idee. Aus meiner Sicht hat Jakob Augstein Recht, wenn er meint, das sei jetzt der kritische Moment für den Westen an sich. Wenn wir nicht wollen, weiterlesen…

Alte Hasen

Sehr gut, dass die schöne alte Frau auch das erwähnt: diese Tendenz im Journalismus, verstärkt durch ökonomisch herbeigeführte Atemlosigkeit in den Redaktionen – die Arbeitsweise bis hin zur Wortwahl in der Nachrichtenmeldung ist letztendlich eine Sache des Rückgrats der Redakteure. Das zu brechen, durch interne Arbeitszwänge und eine Strukturanpassung nach der anderen, war Sinn und Zweck von Umstrukturierungen (Entlassungen, unerträglichen weiterlesen…

Lustig?

Ich finde es bedauerlich, wenn die Macher des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Kritik an GEZ so als Rechtsaußen-Propaganda abzukanzeln versuchen. Nach Skandalen wie den Product-Placement-Nummern, der seit Jahrzehnten andauernden Weiterverbreitung der Agitprop-Wortschöpfungen von INSM und Bertelsmann-Stiftung in den Talkshows, der immer dünner und sensationalistischer und effektheischender (bis hin zur offenen Unehrlichkeit) werdenden Journalismus-Sendungen ala Panorama und co, und der erbärmlichen Berichterstattung/Meinungsmache zur weiterlesen…

Umdeutung- Folge 2

Im August 2011 erschien in der Zeitschrift transform! eine bemerkenswerter Aufsatz von Carl Mars, in dem der Rechtspopulismus in Europa eingeschätzt wird. Das Hauptaugenmerk liegt zwar auf dem erstarkenden, qualitativ neuen Rechtspopulismus in Finnland, wo nach der Wahl im April 2011 die Partei „Die wahren Finnen“ mit einem Ergebnis von 19% ihren Stimmanteil (im Vergleich zur Wahl 2007) mehr als weiterlesen…

Wieder gut machen? – Besser machen!

Heribert Prantl ist ja niedlich. Erst schreibt er Steinbrück hoch; nun deutet er ihn sich zurecht. Das Steinbrück Papier sei de facto eine Rehabilitierung des immer noch verketzerten Lafontaine. Eigentlich müssen alle, die sich damals über den angeblich „gefährlichsten Mann Europas“ das Maul zerrissen haben, heute Abbitte leisten. Natürlich freuen wir uns, wenn das von der Sozialdemokratie insgesamt auch so wahrgenommen weiterlesen…

Das fiese Filmchen

Jetz habe ich „The innocence of Muslims“ doch angeschaut. Was sagt man zu sowas? B-Picture. Der „Logik des Marktes“ folgend hat Google den Dreck nur dort blockiert, wo es Marktanteile kosten würde, aber keinesfalls gelöscht! Aber das ist ja auch nicht das Problem. Ein solches B-Picture läuft doch auch gern auf Super-RTL oder so. Im Prinzip sind die amerikanischen Filme weiterlesen…

Ein Exempel statuieren – mit dem §130 StGB

Wie anders sollen wir – aus deutscher innenpolitischer Perspektive  – den Sachverhalt beschreiben, dass die bisher „geretteten“ Länder in der deutschen Medienöffentlichkeit als undankbare unverlässliche Schlamper dastehen, während der deutsche Michel sich für die Solidarität mit diesen Gesellen krumm buckelt? Die mittelbaren Wirkungen der bisherigen Europolitik seit Januar 2010 könnten wir insofern auch mit dem §130 StGB beschreiben: einer missbilligend weiterlesen…