Keine Entschuldigung.

Eigentlich sollte hier bereits die dritte Folge des Sommerkrimis stehen. Am vergangenen Sonnabend wurde mir jedoch die Seite, auf der ich publiziere, endgültig zerschossen. Sie kränkelte schon eine Zeit lang ziemlich, also wie es sich gehört. Ich weiß nun etwas genauer, welche bösen Bubenstreiche es offenbar rechtfertigen, eine harmlose, wenig gelesene Seite, zum Spaß zu zerdeppern, nachdem sie von kommerziellen Arschgesichtern immer wieder benutzt wird, um Content einzusammeln und Backlinks abzugreifen.

Es macht mich müde. Und was schlimmer ist, es drischt genau in eine Phase relativer Schreibwut, die ich eigentlich nutzen wollte, um etwas Hübsches im Netz zu lassen, umsonst – nein eigentlich zahle ich ja noch drauf für dieses eitle Hobby.

Nun sitze ich hier zwei Sonnabende später und bin leer.

Ich überlege, ob diese Seite auf eigenem Server (ist fertig und flunzt, denn ganz untätig war ich ja doch nicht, auch Radio kann bei Bedarf wieder gemacht werden) nur noch Sonntags für jeweils 6 Stunden laufen soll. Ich verknappe das Angebot und steigere so die Nachfrage. Kokolores. ich schaue bei der Wikipedia und bin schlauer: Kokolores= Unsinn. „Dieser Artikel befasst sich mit dem abstrakten Begriff Unsinn, für den ehemaligen Eishockeytrainer siehe Xaver Unsinn.“

Den eigenen Server 6 Stunden lang pro Woche zu betreiben,  würde bedeuten, pro Woche 6 x 1 Stunde lang ca. 50 Watt zu verbrauchen – selbstredend Ökostrom, wie mein Webhoster.  Aber für mich würde es teuer! Die Webhoster sind mit den Stromkosten eindeutig im Vorteil. Ich weiß nicht, ab welcher Größenordnung und Systemrelevanz man ihnen die Elektronen quasi hinterher tunnelt. Wahrscheinlich bekommen sie jedoch auf jeden Fall satte Rabatte, ein Prinzip, das für Großabnehmer nur in einem sozialistischen Gesellschaftssystem Sinn macht.

Ich denke an Viktor von Bülows Darstellung eines pensionierten Ehemanns, der im Tante Emma Laden eine Palette Senf bestellt, weil dann das einzelne Glas unschlagbar billig wird – so funktioniert ja die derzeit praktizierte „Wirtschaftsethik“. Ich habe, wie Evelyn Hamann als Ehefrau, nun den Part, mir ökonomischen Sinn vernünftig zu generieren, weil ich eben die substanziellen Einblicke in die eigenen ökonomischen Verstrickungen besser kenne, als jemand, der ständig auf der Suche nach dem größeren Schnäppchen für seine Aktionäre ist. Es gibt eine großartige Kolumne vom alten Vertretungshausmeister der TAZ (Helmut Höge) in der Jungen Welt. Sie heißt ‚Wirtschaft als das Leben selbst‘. Das ist es. So sollte es wahrgenommen werden.

Wie an anderer Stelle schon gesagt, ich vergesse nicht. Aber natürlich kann ich Bubenstreiche verzeihen. Die Arbeitsmarktreformen der SPD und dreiste Strom- und andere Preise verzeihe ich niemals -und noch einiges mehr.