Terenz in Spiritus

Ich bin ein Mensch. Nichts Unmenschliches ist ihr/ihm/mir fremd. Ein Zitat in zeitgemäßer Wandlung Die Interpretation eines Terenz-Zitats, das mir jüngst gleich zweimal, durch einen Radio-Beitrag von Renée Zucker und per E-Mail von einem mir wohlgesonnenen Lehrer für Deutsch und Latein ins Haus flatterte, scheint mir aufschlussreich genug, um ihr eine kleine Reprise zu widmen. Noch bedeutender ist allerdings die weiterlesen…

Solon Geflüster

594 v.u.Z., Solon, der Athener und Spross einer Adelsfamilie, lässt die Schuldenknechtschaft abschaffen. 2011, Papandreou, Präsident der Sozialistischen Internationale, lässt sein Volk abstimmen ob es in der Schuldenknechtschft bleiben möchte. Es besteht noch Hoffnung, dass die Demokratie ein Erfolgsmodell wird, wenigstens in Griechenland. Im gleichen Jahr kürt Helmut Reyno-Schmidt in der BRD den gemeinen Steinbrück zur Dohle der SPD. Ein weiterlesen…

Der Alte, der vom Apfelbaum fiel

Man wird vielleicht nicht geneigt sein die Klasse der Irrtümer, für die ich hier die Aufklärung gebe, für sehr zahlreich oder besonders bedeutungsvoll zu halten. Ich gebe aber zu bedenken, ob man nicht Grund hat, die gleichen Gesichtspunkte auch auf die Beurteilung der ungleich wichtigeren Urteilsirrtümer der Menschen im Leben und in der Wissenschaft auszudehnen. Sigmund Freund, Zur Psychopathologie des weiterlesen…

Vorwort zu einer Selbstreflexion

Wenn es jenseits von Herkunft und Zugehörigkeit, jenseits von traditioneller Familienstruktur und Kastenzugehörigkeit Freiheit geben soll, darf gerade der Begriff  „Nation“ keinerlei Bedeutungsmacht mehr haben, die die Herrschaft des Menschen über den Menschen und die belebte Natur rechtfertigen würde. Die Nation und die angemaßten Rechte, die ihre freiheitsscheuen Lenker nur für sich selbst wollen, sind genauso überkommen, wie es die weiterlesen…

Tom and Larry

Gestern, als ich meine kleines Posting fertig hatte, war ich wieder mal so süchtig, dass ich noch die 2:00 Uhr Nachrichten im D-Funk hören musste. Müde habe ich gelacht, beim ZDF reingeschaut und den Nachtrag verfasst, der die Sache sehr in meinem Sinne abrundete.

Heute wissen wir eigentlich auch nicht mehr – von BILD, die wie immer zuerst mit der Leiche gesprochen haben, dass die greise Mrs. Copello, Großmutter des Inhabers der Frima ‚Larry Copello Incorporated‘, Bombaneatrappen bastelt – und das vermutlich nicht einmal in ihrer Freizeit, also zu ihrem Vergnügen. Denn es handelt sich ja um ein kleines 1979 gegründetes Familienunternehmen mit gerde mal 600.000 $ Jahresumsatz, das die Copellos betreiben. So zumindest kann das jeder im Web recherchieren, woher die meisten der hiesigen Journalisten ihre Erstinformationen wohl auch bezogen haben. Denn sie sind faul und verweichlicht. Und eigentlich gibt es nicht viel mehr, wie gesagt. weiterlesen…

Dumpfe Ablenkungsmanöver

„Man kann derzeit bei der Entstehung einer von Brandstiftern geschürten Meinung zusehen, die sich wie beim Faschismus ihre Sündenböcke in einer Zeit aussucht, die nach ganz anderen Problemlösungen verlangt als der Bildung einer homogenen Gesellschaft durch Fremdenfeindlichkeit oder der Ablehnung einer Minderheit. Die Erregungspolitik verweigert sich konkreten Verbesserungen und Veränderungen, sie denkt im Prinzip, dass das vermeintliche Problem, der beschworene weiterlesen…

It’s a Westerwelles Welt

„Der FDP-Vorsitzende plädiert, ohne das selbst aussprechen zu müssen, für eine ‚faites vos jeux‘-Republik. Ihm ist der Bezug zur französischen Sprache der Diplomatie in das Pepita eines Bad Neuenahrer Croupiers verrutscht.“ Das geht zu Herzen; das steigt in den Kopf und stammt vom Seziertisch des Rhetorik-Blog. Ein kontinuierlich hochqualitatives Blog, dessen analytische Schärfe, sachliche Heiterkeit und herausragende Eloquenz einzig dastehen weiterlesen…

Seehofer im braunen Fahrwasser

„Offenkundig gibt es bei einigen Politikern eine große Furcht vor einer Konkurrenz, die von ganz rechts kommt. Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass man den Rechtspopulisten zwar hinterherhecheln kann, damit aber genau denen Stimmen bringt, denen man sie wegnehmen will. Denn: Warum die Kopie wählen, wenn man das Original haben kann“, erklärt Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE weiterlesen…

Frühling – Vier Haikus

für Regina I. Im Frühling trag‘ ich das graue Ausgehjacket. Überall sprießt es. II. Stadt wie verwandelt bist du im März, im späten, kältevergessen. III. Auf dem Wochenmarkt jungen Spargel bietet feil ein altes Gesicht. IV. Gesenkten Hauptes reißt der betagte Lehrer Zettel vom Kasten.

Graumanns kleine Rempelei

Händel, Concerti Grossi, op.3 Nr. 1, 2. Satz, Largo So ein milder November ließ nichts Gutes ahnen. Draußen wurden die Tische vor den Cafes wieder aufgestellt, ein Segen für die Raucher. Die blaublühende Hortensie auf dem Hof hatte ihr Laub vor drei Wochen fallen lassen und fing an auszutreiben. Alles war eben durcheinander. Grauann wurde getrieben von der Vorstellung, dass weiterlesen…