„Und die Geschichte entwickelt sich auf einen Krieg hin.“

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Mai 052014
 

Wenige Stunden vor der Flucht von Janukowitsch aus Kiew waren drei europäische Außenminister in Kiew und haben mit ihm gesprochen. Einer davon war der deutsche. Sind nicht auch die drei – Steinmeier inklusive – mit gescheitert?

Die drei hatten ein Abkommen ausgehandelt, das Janukowitsch bis Dezember als Präsident im Amt gelassen hätte und eine Regierung der Aussöhnung beinhaltete. Russland hatte nichtöffentlich zugestimmt, Geld zu geben. Es sah wie der beste Weg aus. Ohne Gewalt. Das Abkommen wurde von den Radikalen auf der Straße zerstört.

Was hätten die drei europäischen Minister tun sollen?

Sie hätten den drei Typen, den ukrainischen Führern Tjagnybok, Klitschko und dem komissarischen Prermierminister Jazenjuk sagen können: Wenn ihr unsere Unterstützung wollt, müsst ihr Janukowitsch schützen und die Straße stoppen. Stattdessen sind sie abgehauen. Nachdem sie gescheitert waren, haben sie eine neue, nicht gewählte, illegitime Regierung umhegt, die nicht auf der Grundlage ihres Abkommens an die Macht gekommen ist. Das ist ein Skandal. Und sie haben die ganze Sache an den polnischen Außenminister übergeben. Das Mindeste, was man über den sagen kann, ist, dass er, in Sachen Russland ein Radikaler ist. Jetzt haben die Polen und die Radikalen auf den Straßen, unter denen auch Neofaschisten sind, das Sagen. Und die Geschichte entwickelt sich auf einen Krieg hin. Ich weiß nicht, warum Merkel nicht interveniert hat. Sie steht unter enormem Druck. Ich vermute, sie hat kapituliert.

Nicht Putin habe die Ukrainekrise ausgelöst, sondern der Wunsch der USA, die Ukraine in die Nato zu holen, meint der Russlandforscher Stephen Cohen im TAZ-Interview mit der USA-Korrespondentin Dorothea Hahn. Falls die Chefredaktion dieser Tageszeitung jetzt noch die Größe hat, den wirren Bellizisten Klaus-Helge Donath mit sofortiger Wirkung zu feuern, könnte ich mir ein OnlineAbo wieder vorstellen.

 

Dazu thematisch passend: Der Beitrag „Unabhängiger Journalismus“ aus: „Die Anstalt“ vom 29. April 2014.

Pfiffig und auf Zack

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Aug 232010
 
So sind die Rechercheure von der IMDb!

Bei der Hübschung meiner künstlerischen Vita und der Überprüfung der angegebenen Links, stoße ich auf meine Eintragung in der Datenbank. Und was sehe ich? Endlich! Nach 17 Jahren werden nun auch eimal meine „Lyrics“ für Frl. Andreja Schneider in der Kneipenszene von „Prinz in Hölleland“ gewürdigt! Das ist jetzt wirklich nicht ironisch zu verstehen. Die Noten dazu waren  übrigens auch von mir. Ich glaube, es waren mal mehr Strophen. Aber die kommen ja nicht vor im Film, und ich habe sie auch vergessen. Hier zumindest noch einmal der Text, an den ich mich erinnere:

Chanson vom Trinken an der Bar ohne Geld in den Taschen

Ach ich sitze hier schon gut drei Stunden.
Und ich kippe traurig in mich rein.
An der Bar zählt man für mich die Runden.
Meinen Schwips werd’n sie mir wohl verzeih’n.

Woll’n sie mir ein Tässchen Schnaps spendieren?
Dann sing ich für sie mein schönstes Lied!
Wenn sie woll’n könn‘ sie auch applaudieren.
Aber heftig und nicht nur bemüht!

Es gefällt mir immer noch - wie "mit der Axt gedichtet". Werde noch ein paar
Strophen drauflegen. Und bei Gelegenheit stelle ich dann ein Audio mit meiner
eigenen Interpretation ein.

Die Legende vom Unglauben – Folge VIII

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Aug 182010
 

Kohlfelder soweit das Auge reicht

Im Winter, wenn der Ackerbau ruht, werden die Wanderarbeiter weggeschickt. Nur wenigen dürfen bleiben, die sich um das Vieh kümmern und um den Haushalt der ultrareichen Städter, die wegen der zusammengebrochenen Nahrungsmittelindustrie immer häufiger gestandene Bauern aus ihren Habitaten vertreiben und die Gewächshäuser danach von ausgemergelten Gestalten bewirtschaften lassen, die von ihrem Grund schon vor Zeiten durch die Privatarmeen der Reichen vertrieben worden sind. Das Geschäft mit den durch Sklavenarbeiter produzierten und von Söldnern beschützten Nahrungsmitteln ist eine Goldgrube. Bei den Gelagen der Oligarchie in ihren befestigten städtischen Wohnburgen herrscht Goldgräberstimmung, wie vor der Eiszeit. Man isst wieder rohes Gemüse. Das nach den vielen kleinen atomaren, biologischen und klimatologischen Kriegen überhaupt wieder irgend etwas wächst, grenzt an ein Wunder, erzählt ein Bioingenieur in den Diensten von Kolchos. So nennt sich ein Exgeneral, der auch vor dem neuerlichen Boom der konventionellen Landwirtschaft sein gutes Auskommen hatte, mit der Produktion von Aerosolen und dem Betrieb mehrerer Carnini-Schlächtereien.

„Nun, man muss immer mit der Zeit gehen. Mann muss flexibel bleiben und sich den unveränderlichen Konstanten der Märkte anpassen. Man darf sich dem Schicksal nicht in den Weg stellen, verehrter Doktor.“ „Sie, Kolchos und alle, die wie Sie sind und denen man sich nicht beizeiten in den Weg stellt, sind das Schicksal. Aber ich glaube nun mal nicht an das, was sie Schicksal nennen. Ich glaube nur an Gewalt zur Durchsetzung von Interessen. Gewalt ist ein Naturgesetz. Und sie sind nicht mein Schicksal.“ – „Vielleicht, vielleicht auch nicht Doktorchen, aber das wäre wohl eher eine Konversation für Reformer und Salonpazifisten wie sie das 21. Jahrhundert noch kannte, meinen sie nicht auch? Darf ich ihnen meinen Sohn vorstellen, er ist gerade 48 geworden, ja ich zähle immer noch die Jahre, als ob wir sterblich wären, hahahaha. Und nun möchte der kleine Racker unbedingt Sexualstimulanz praktizieren, bevor er in meinen Aerosolfabriken die höhere Drogenlaufbahn antritt. Er hat den Wusch geäußert, dass sie ihn einführen, sie sind doch gesund, oder?“ –  „Nun. Ich habe eine altertümliche HIV-Infektion. Aber sie wissen ja, dass das bei der Zuchtwahl von Vorteil sein kann. Kommt ganz auf das Genmaterial an, das sie ihrem Sprössling gekauft haben.“ –  „Er ist positiv gezüchtet. Meine 38. Gespielin wollte das so. Für meine Begriffe ein bisschen zu positiv. Glückshormone als Nebeneffekt des HI Virus, das ist mir ein bisschen wie soll ich sagen, zu schwul, Hahahahaha. Aber meinetwegen, also wenn sie ihm den Gefallen tun wollen, ich habe eine sündhaft teure Meditationsoase im 87. Stock bauen lassen, die kaum einer benutzt, QSL. Ich brauche so was ja wirklich nicht.“ –  „Sie sind aber auch ein durch und durch ausgeglichenes Individuum, Kolchos.

Na dann wollen wir mal ans Werk gehen, äh …..“ –  „Oboist, ich nenne mich zur Zeit Oboist. Danke Vater! Und sie? In welchem Intevall wechseln sie ihre Identifikationsdeklaration und wie lautet die gerade?“ – “ Oboist, soso, wie treffend. Nun Oboist, ich habe noch nie Identifikationsdeklarationen benutzt, meine Identität ist in 300 Jahren immer dieselbe geblieben.“ – „Sie Ärmster, das ist ja nussbaum!“ Weißt du denn, was ein Nussbaum ist, Junge? Na ja, ist schon gut.“ „Wieso ein Nussbaum? Nussbaum ist die Farbe von frischem Carninitran. Das weiß doch jeder, oder was dachten sie?“ – „Eine Farbe also, interessant, was von den wirklichen Dinge in der Sprache überlebt. Denn die Sprache ist sterblich geblieben, und welche Bedeutungen die Töne bekommen haben. – – – Früher, Junge, gehörte der Nußbaum zur Flora. Aus seinem Stamm machte man Möbel – ach, das kennst du ja auch nicht, also Möbel, das waren Materialcontainer aus einem nachwachsenden Rohstoff, das man Holz nannte, wie dein Kopf Junge, klopfe mal dagegen, dann weißt du, was Holz war. Heutzutage gibt es das nur noch syntetisch, weil die Bäume schon lange ausgerottet sind. So Junge, und jetzt gebe ich dir noch eine Nuss zu knacken: Ich habe noch das, was man in bunter Vorzeit bei den gleichberechtigt Sterblichen einen Namen nannte, nenn‘ mich einfach OSL, wenn du willst auch Doc QSL.“ – „Ich mag, wie sie reden, Doc QSL,“ wisperte Oboist ungezwungen ins Falsett fallend.

Stellungnahme zu Unfätigkeiten

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Jul 262010
 
Hier noch mal mein endgültiges Statement für alle Besserwisser, die mich seit Tagen wegen meiner Einlassungen zum Thema Medien und Mainstream und Zustand der Demokratie belästigen, abgesehen davon, dass auf dieser Seite das Kommentieren nicht mehr vorgesehen ist, wie sie bemerkt haben werden, hätte ich Ihre teils beleidigenden teils dümmlichen Kommentare niemals freigeschaltet. Nehmen Sie dies also für meine Reaktion aus reiner Kulanz.
  • Ich war jahrelang Teil des Getriebes und weiß, nach welchen Regeln es gechmiert läuft.
  • Ich verbitte mir Unhöflichkeiten!
  • Wir brauchen nicht noch mehr „Information“ rund um die Uhr, sondern journalistisch hochwertig aufgearbeitete, die es den Medienkonsumenten erlaubt sich ein differenziertes Bild von der Wirklichkeit zu machen. Alle Formate, die dies unterstützen, sind zu unterstützen. Das Nachrichtenradio ist kein Format, das in diese Kategorie fällt.
  • Es sind die Leute nicht blöd, sondern sie sind im Interesse der Verwertungsketten Jahrzehnte lang zu immer blöderen Konsumenten erzogen und damit von genau den Leuten degradiert worden, die sie jetzt hinter vorgehaltener Hand  oder am Medienstammtisch den meschuggenen Pöbel schimpfen.
  • Wer letzteren Umstand legitimierend anführt, um sein eigenes aalglattes denkfaules oder selbsbetäubendes Verhaltens in den Hierarchien  zu rechfertigen,  reitet ein Pferd, das jederzeit tot unter ihm zusammenbrechen kann.
  • Der beste und detaillierteste Journalismus ist für den Arsch, solange die demokratischen Beteiligungsformen, die inerparteilichen und innerparlamenrarischen Strukturen einer echten Beteiligung des Souveräns krass zuwider laufen.  Butter bei die Fische. Aus der Theorie der Volkssouveränität muss Praxis werden.
  • Der investigativste Journalismus findet heute da seine Wirkungsgrenze, wo er nicht vorrangig im Auge behält, die Prekarisierten und Verarschten zu erreichen.
  • Das bestklingenste Politikerversprechen ist gar nichts wert, solange die Demokratie nicht den entscheidenen Schritt tut, ihnen, denen versprochen wird, über das Wahlarrangement hinaus Autorität und Gewalt zu verleihen, die benutzt werden, um nachhaltig in allen, und ich meine ausnahmslos allen Bereichen der politischen Willensbildung mitzuwirken.
  • Dies macht die Stoßrichtung demokratischen juornalistischen Engagements schon umrisshaft sichtbar:  Wo immer im besten Sinne parteiisch daran gearbeitet wird Entscheidungsgewalten wirklich zu teilen, Machtkonzenztationsprozessen entschieden entgegenzutreten,  da hat die alte Dame Demokratie ihre besten Chancen, die Fesseln der Diktatur der Ökonomie abzuwerfen und somit zukunftsfähig zu werden. Nicht neuen Schmuck braucht sie und neue Kleider, sondern ein paar anständige, handwerklich gut gearbeitete  neue Hüftgelenke und  ebensolche Knie! Jeder weiß: Wenn man erst wieder normal gehen kann, hören auch die depressiven Verstimmungen langsam auf!
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