Weihnachtliches Sittengemälde

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Dez 062010
 

Lametta nicht im Bilde

Was soll ich tun, stöhnte das Kotelett: Man muss einfach immer  schwitzen in diesem alten Pommesfett bei diesen Geizkrägen, die sich aus lauter Geiz nicht die Fingernägel schneiden. Sind  sie ma lieber still, raunte das halbgare Kalbsschnitzel, das neben ihm lag. Sonst erzähle ich dem Herrn Oberverwaltungsdirektor gleich ma ’n Schwank aus ihrer Jugend, sie olle Sau.

Na, und sie waren in ihrer Jugend vielleicht ein Unschuldslamm, entgegnete das Stück ehemaliger alter Sau desorientiert und Eiweis  schwitzend.

Sie blöde Sau! So eine blöde Sau is mir ja wohl noch nich unterjekommen. Ich armes Schnitzel hatte ja nur meine all zu kurze unschuldige Jugend, denn ich bin ja nur ein armes Kälbchen gewesen. Sehen sie, flüsterte das Saustück proletaristisch bemüht, dann mäßigen sie jetzt aber besser augenblicklich ihr vermutlich jungendliches Temperament. Sonst ist es bald in aller Munde, dass sie beinahe eine blöde Kuh geworden wären.

Darauf schwiegen beide und eine wurstfingerige Patschehand umkrallte den Holzgriff der heißen eisernen Pfanne mit dreckigen schmalzigen Fingern, aus denen  lange Fingernägel wuchsen, und nahm die Pfanne vom Ofen. Im Radio sangen die Schöneberger Sängerknaben oder die Regensburger Domspatzen ein traditionelles Weihnachtslied, wahrscheinlich ‚Stille Nacht‘ oder ‚Oh Tannebaum‘ oder ‚Jingle Bells‘ oder ‚I’m dreaming of a white Christmas‘ oder so –  oder so ähnlich.

Die Patschehand gehörte einem verwitweten ehemaligen Oberverwaltungsdirektor, der, bevor er Kalb und Schwein mit pflichtschuldigem Hunger vertilgte, ein Stück trockenes Weißbrot, welches er aus dem blauen Müllsack einer Schulkantine  herausgefischt hatte, in das alte Pommesfett tauchte, wobei er, da es Heiligabend war, vorfreudig jauchzte. Süßer die Glocken nie klangen.

Dann drehte der Oberverwaltungsdirektor die Heizung ein wenig herunter, ging in das Wohnzimmer, warf einen kurzen Blick auf den eingestaubten, trauerumflorten Bilderrahmen, aus dem seine verblichene Gattin ihn mit diesem unverwechselbaren, mürrischen Lächeln geradezu entgegentrat.  Daraufhin  nahm der pensionierte Beamte den dicken Aktenordner, in dem eigentlich die Spendenquittungen gesammelt wurden aus dem Wohnzimmerschrank, und heftete darin zufrieden seine letzte Steuererklärung  ab.

Kaffeehaus mit Jazzgeklimper

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Dez 062010
 
Kurz vor dem vollendeten Hinüberdämmern in das Land des kleinen Todes besuchte mich gestern Nacht ein alter Bekannter, der mir seit der glücklichen Zeit in meinem bayerischen Exil zum dritte Mal seine Aufwartung in Berlin macht: Der Traum vom Kaffeehaus mit Jazzgeklimper.

Gemütlichkeit am Flughafen FJS, Foto: AQ!, Wolfram Haack, 2010

Dramolett Nr. 2

Szene 1

Scheiben eines Cafés mit einer geschwungenen Aufschrift im Stil der 50ger „Simsalabim“, gardinenverhangen. Starre Silhuetten von Paartänzern, dazwischen immer an der selben Stelle eine Saxophonistensilhuette eine Schlagzeugersilhuette. Dazu das Geräusch einer mittelmäßig befahrenen Straße. Geräusch eines einparkenden Autos. Autotür wird zugeknallt. Lichtwechsel. Tür im Innern einer Bar öffnet sich. Wir sehen an einem Tisch eine Person eine großformatige Zeitung lesen und hören die Jazzmusik der Silhouetten. Über dem Tisch, der links der Bühnenmitte etwas weiter hinten steht, hängt ein Erhängter, auf dessen Schuhen zwei Kerzen brennen.

Autofahrer: Scheiße, das Licht.

Autofahrer geht wieder hinaus und läßt die Tür offen stehn. Zeitungsleser, schaut kurz auf den Erhängten dann wieder in die Zeitung.

Zeitungsleser: Das war keine gute Idee.

Wir hören eine Feuerwehrsirene und danach einen Autounfall, als die Sirene direkt vor der Bar angekommen ist. Der Zeitungsleser steht auf, in der Hand die Zeitung, und schließt die Tür. Er seufzt und setzt sich an einen Tisch weiter hinten. Die Jazzmusik endet.

Zeitungsleser: Meine Herr’n.

Szene 2

Tische weg. Leere Bühne nur der Erhängte hängt in der Mitte. Zwei Männer, einer mit Glatze der andere mit Sonnenbrille. Eine Mordswumme im Anschlag. Beide tun sie so, als müssten sie sich Manndeckung geben.

Glatze: Aufschneider. (Er duckt sich plötzlich.) Deckung, du Arschgesicht! (Die Sonnenbrille geht sofort in Deckung.) So, die Gefahr ist vorüber.

Sonnenbrille: Man bräuchte eine Leiter, so eine Sicherheitsleiter mit TÜV.

Glatze: Dünnpfiff. Da vorn ist ein guter Platz für mich. Wir zählen die Entfernung ab.

Vom Erhängten aus misst Glatze die Schritte, laut mitzählend, bis zum vorderen rechten Bühnenrand. Die Sonnenbrille folgt der Glatze dicht und zählt leise hinterdrein.

Glatze: Du musst natürlich auf die andere Seite, gleicher Abstand. (Er geht nahe an die Sonnenbrille heran.) Mein Gott, bist du aber hässlich. (Er zählt weiter, während die Sonnenbrille stehenbleibt und die Sonnenbrille abnimmt.) Fünfzehn, das Alter in dem du stehengeblieben bist.

Die Sonnenbrille geht schnell zum Erhängten, misst schnell mitzählend 15 Schritte zur linken Bühnenhälfte ab und kommt dort zum Stehen. Gleichzeitig stellen sich beide Männer mit der Waffe im Anschlag in Schussposition. Sie zielen auf den Strick des Erhängten. Lichtwechsel. Nur der Erhängte ist noch zu sehen. Drei Schüsse fallen regelmäßig nacheinander. Ein Mälzel-Metronom klackert dazu Andante. Ein letzter Schuss, der Erhängte fällt rumpelnd zu Boden.

Glatze: Zufall, Arschgesicht.

Szene 3

Die Glatze, tadellos gekleidet, jetzt als Geschäftsführer einer belebten Bar, in der eine Jazzkapelle spielt. Der Tisch genau in der Mitte ist leer. Ein RESERVIERT -Schild steht darauf. Ein juveniler Alter blinzelt mit den Augen, weil Scheinwerfer eines Spots ihn blenden. Er hantiert mit einem Strick, der von der Decke hängt.

Glatze: Nun lassen sie schon, ich mach das selbst. Alles muss man selbst erledigen. Geh’n sie mal zum Eingang. Wenn die kommen, begleiten sie die sofort an diesen Tisch. Na dalli, dalli – schriftlich kriegen sie’s nicht.

Die Glatze zieht am Strick und so den Gehängten über dem Mitteltisch direkt in den Spot, der den Alten geblendet hatte. Ein Zeitungsjunge geht zwischen den Tischen umher, er ruft aus.

Zeitungsjunge: Der augenblickliche Tod vieler mächtiger Feinde, Viehzüchter, Parlamentsmitglieder, Mitglieder ständiger Ausschüsse wird gemeldet. Zahlreiche Häuser werden dem Erdboden gleichgemacht. Die Bewohner werden in Kisten und Fässern untergebracht.

Der juvenile Alte geleitet den Zeitungsleser zum reservierten Tisch, wo der Erhängte hängt und die Glatze wartet.

Der juvenile Alte: Bitte sehr, Mr. James.

Glatze: Mr. James, es ist mir eine große Ehre sie hier…

James: Ja, ja, ja, schon gut.

Glatze: Heute ganz ohne Zeitung?

Glatze lacht gezwungen. James setzt sich.

James: Ich bin die Zeitung… Ha, ha., ha, ha. (James lacht überbürdet.) Würden sie die Kapelle bitten, etwas lyrischere Stücke zu spielen, sobald Mrs. Samuels eintrifft?

Glatze: Selbstverständlich.

Glatze macht der Kapelle ein Zeichen. Die Kapelle spielt Liebesleid von Kreisler mit Saxophon und Klavier.

James resigniert: Nicht doch jetzt schon. Bringen sie mir kalte Milch!

Die lange Mrs. Samuels kommt in einem kleinen Schwarzen über der Schulter lässig eine Nerzstola, wird vom juvenilen Alten zum Tisch geleitet. Sie hat eine zerknitterte Papiereinkaufstüte aus dem Supermarkt bei sich. Glatze hat sie noch nicht entdeckt und bietet James eine Zigarre an.

Glatze: Henry Clay, noch von meinem Vater…

James: Lassen sie das, sie sollten lieber seine Arbeitermütze tragen. Und die Milch in einer Tasse, wenn ich bitten darf.

Glatze lacht verschämt und wird noch lächerlicher. Dann bemerkt er Mrs. Samuels.

Glatze: Mrs. Samuels, es ist mir eine Ehre, sie und Mr. James einmal beide gleichzeitig im Simsalabim bewirten, was sag ich verwöhnen zu dürfen.

Mrs. Samuels: Infinitiv und zu –  pfui! Diese Infinitive, so nah beieinander… bewirten und dürfen, Sie dürfen!

Sie reicht dem juvenilen Alten die Papiertüte und lässt sich elegant in den Sessel fallen, den der Alte ihr wegen der Tüte nur sehr ungeschickt zurechtrücken kann.

Juveniler Alter geht ab um die Milch zu holen: Wie meinen?

James: Du könntest mich ruhig anständig begrüßen.

Mrs. Samuels: Ich begrüße Dich jedesmal, und Du registrierst mich jedesmal ebensowenig, wie deine anständigsten Damenbekanntschaften.

James: Dann hälst Dich also für eine meiner anständigen Damenbekanntschaften. Nicht mehr und nicht weniger.

Mrs. Samuels: Ich sehe an Deinem Gesichtsausdruck, dass Du gleich zornig werden wirst. Freu’ dich doch einfach, dass ich Dich ertrage.

Der Alte bringt einen Krug Milch und stellt ihn vor James ab.

James: Ich bin nicht zornig. (zornig zum Alten) Ich hatte gesagt: in einer Tasse.

Juveniler Alter: Mr. Glatze dachte, ein Krug wäre vielleicht mehr der Hit.

James: Können sie nicht selber denken, Mensch? Wenn nun ein Photograph kommt und mich mit dem Krug photographiert – während ich Milch aus einem Krug trinke – über mir hat sich ein Mann erhängt – das gibt wohl eine schöne Bildunterschrift.

Mrs. Samuels: James am Ende -seine Auflagen wie lauwarme Milch. Es ist schon gut. Bringen sie ihm eine Tasse.

Juveniler Alter: Aber gehören ihnen nicht sowieso alle Zeitungen, Mr. James? Da können Sie doch bestimmen, was unter den Bildern steht.

James: Ich kann nicht alles selber machen, lieber Mann. Und mir gehören auch nicht alle Zeitungen. Das würde sich nicht rentieren.

Juveniler Alter: Wegen der Personalkosten?

James schluckt: Die meisten Kosten verursachen – (Er verschluckt sich und muss husten.)

Mrs. Samuels: Seine Damenbekanntschaften. Bringen sie mir bitte zwei große Essteller, zwei mal Stäbchen – nein einmal Stäbchen und einmal Messer und Gabel für Herrn James.

Mrs. Samuels erbittet mit einer Kopfbewegung die Tüte, die der Alte aus irgendeinem Grund die ganze Zeit über umständlich in der Hand gehalten hat. Man sieht noch wie Mrs. Samuels aus der Papiertüte raffiniert verpackte asiatische Fresspackete fingert und auf den Tisch stellt. Lichtwechsel.

Der Mitteltisch ist im Dunkeln nur der Erhängte ist beleuchtet. Die Musik verstummt. Man hört Töpfe- und Geschirrgeklapper und Glatze aus dem Off.

Glatze: Mr. James Vater war Schafzüchter.

James deutet auf den Erhängten: Letztes Mal brannten Kerzen auf seinen Schuhen.

Mrs. Samuels lacht zweimal kurz und laut auf.

VORHANG

Auf vielfachen Wunsch…

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Nov 172010
 
und mit innigstem Dank für alle Kondolenzbezeugungen zum bedauerlichen Hinscheiden der alten Fotoseite!
 gekennzeichnet mit:

Die Legende vom Unglauben – Folge IX

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Aug 202010
 

Die beste aller möglichen Welten

Die Meditationsoase im 87. Stockwerk bestand im Wesentlichen aus einer viereinghalb Meter starken Bodenbedeckung mit konstant temperiertem Polyethylenschleim, der die Körper bei 39 Grad Celsius in sich aufnahm, wie der Utherus ein sich einnistendes Ei. Der Doktor war einen Augenblick lang begeistert, bis ihm einfiel, dass seine Organreparaturbakterien die Temperatur übel nehmen könnten. Für diesen Fall hatte er zwar eine Ampulle Ice an seinem Medizingürtel, das die Bakterien für die Dauer der Übung in Stasis versetzen würde, aber es war die letzte Ampulle und das MIttel schwer zu beschaffen, doch rechnete der Doktor damit, dass Kolchos dies ohne Weiteres bewerkstelligen könne. Oboist, nahm die Zögerlichkeit wahr und bezog sie auf sich. Tränen standen ihm in den Augen. Der Doktor erklärte, setzte sich den Druck und die Gesichtszüge des reichen Erben nahmen wieder ihre gewohnte heitere Ausdruckslosigkeit an. „Wollen sie Quis?“ fragte er. „Nein Junge, kein Quisarin heute, und ich rate dir, den Nebel gar nicht erst einzuschalten, es kommt besser so, die Endorphine aus meinem Blutkreislauf sind viel erquicklicher, gaub‘ mir!“

Sie schwammen jetzt nebeneinander im Polyethylenschleim und entkleideten sich wie in der Schwerelosikeit des Alls. Die Kleidungstücke sanken zu Boden und wurden von dressierten Riesenkäfern mit deren Körpersekreten desinfiziert und dann säuberlich zusammengefaltet in einer verborgenen Glastruhe am Ausgang der Oase deponiert. Die Nacktheit der Organismen, die neben-, über-, und untereinander schwammen, bewirkte eine Veränderung des Aggregatzustands im Polyethylenschleim, der jetzt eine vom Grünen ins Indigo changierende schillernde Nabelschnur ausbildete, die sich an den Bauchnabeln der Menschen festsetzte und eine Enzym ausschied.

Das Körpergewebe der Bauchnabel verschmolz mit der Polyethylennabelschnur. Die Blutkreisläufe der Männer konnte ihre Botenstoffe vermischen. Die Erinnerungen des Alten und des Jüngeren vermengten sich zu einem Erleben. Zuerst war es sagenhaft. Doch ebenso plötzlich musste der Doc mit seinen Endorphinen gegen Oboists Alp von den ledernen Hautfetzen in seinem Handinneren ankämpfen, die sich zu soetwas wie Sofakissenknöpfen verwandelten. Als nächstes halluzinierte er hunderte kleine, mit ihrem Austritt aus der Haut sofort verdorrende Leguanextremitäten über seinem Rücken und an seinem Nacken. Seine Mutter rief nach ihm und er brüllte wie am Spieß. Da konnte auch der Doktor seine Alps nicht mehr stoppen – der Gestank der brennenden Maisfelder stieg in ihm wieder auf, er blutete aus der Nase. Der Adreanlinspiegel stieg kontinuierlich und verteilte sich auf beide Blutkreisläufe. Jetzt befielen auch ihn die Halluzinationen und er wusste nicht, ob es die seinen waren. Er bemerkte sein offenes linkes Bein, kleinere und größere Fleischwunden, Blut quoll in klienen Rinnsalen hervor und rechts unterhalb der Wade blühte ein roter Schwamm der die Form eines natürlicher Schwamms für die Badewanne (Fischlein rot) hatte.

Etwas später verschlossen sich die Wunden und darunter waberte und wuchs etwas. Dann brachen große Stachel durch die Haut. Ableger bildeten sich im Bauchfett. Der Doktor fühlte sich wie in einer selbsorganisierten, wenngleich zur Identifikation mit fremdem persönlichen Leid unfähigen Gesellschaft. Sie fand nichts dabei, dass er rote Schwämme am Schienenbein trug und ihn Stachel aus dem Bauch sprießten. Er musste einen Freund, der weit weg war anrufen um Näheres zu erfahren. Der war mit anderen Sachen beschäftigt und kurz angebunden. Er erklärte QLS in einem Ton, als ob es nicht so schlimm wäre, das die Krankheit vom Verzehr einer Biokäsesorte herkäme, genauer von dessen Rinde. Sehr schön, es half aber nicht weiter. Die lebendigen Stachelbeulen bewegten sich Richtung Geschlecht. Der Doktor musste nun befürchten, das sich das Fremde sein Erbgut holen wollte, um damit ein Ungeheuer zu zeugen. Er riss die Beulen am Bauchfett mit seinen Händen auf. Das ging sehr leicht, die Haut war von den Enzymen des Schleims aufgeweicht. Das Fett darunter war weißlich gelb und klumpig. Es geklang ihm einige der Stachel auszureißen. Der Prozess stoppte oder verlangsamt sich zumindest.

Da riss der junge Oboist sich die künstliche Nabelschnur aus und blutete aus Nabel und Ohren. Die Käfer kamen schließlich gerade noch rechtzeitig und verschafften den an sich selbst leidenden Menschen durch ein Hormon in ihren Duftstoffen den Koitus interruptus, bevor das Blut der Menschen ihnen zum Dank die Chitinpanzer jämmerlich verätzte.

Kolchos war alarmiert worden und eilte zum Eingang der Oase. Seine Regulatoren hatten den Auftrag den Doktor sterblich zu machen. Doch der Sohn flehte ihn an und ereichte im letzten Augenblick, dass Kolchos den Befehl zurücknahm. So nahe, wie bei diesem unglücklichen Versuch, war Oboist noch nie einem Menschen gekommen. Initiation und Ritus war also genüge getan, nur der Sex hätte besser sein sollen. Vielleicht wäre etwas Quisarin doch nicht schlecht gewesen, dachte Oboist. Der Doktor wusste, dass es zwecklos war, Kolchos nach all dem zu bitten, seine Beziehungen spielen zu lassen, um ihm ein paar Ampullen Ice zu beschaffen.

Umgebungsvariable

 Lyrrisch  Kommentare deaktiviert für Umgebungsvariable
Aug 082010
 

Im Bauch der Idylle
Schnarcht die Bestie.
Am Rande der Romantik
Lauert die Inquisition.

Im Namen der Vernunft
Gedeihen die Gräuel.
Aus falschem Zweifel
Quillt gelb Gewissheit.

Leuchte der Bosheit
Erhellt die Verträge.
Ohnmacht des Schwachen
Verkehrt zum Naturgesetz.

Glück der Starken
Verklärt zum Verdienst.
Geben und Nehmen
Erklärt nur die Welt.

Mauern aus Schweigen
Verkünden Posaunen.
Besserung erhofft noch
Zärtlich ein Clavichord.