Pfiffig und auf Zack

 En passant, Lyrrisch  Kommentare deaktiviert für Pfiffig und auf Zack
Aug 232010
 
So sind die Rechercheure von der IMDb!

Bei der Hübschung meiner künstlerischen Vita und der Überprüfung der angegebenen Links, stoße ich auf meine Eintragung in der Datenbank. Und was sehe ich? Endlich! Nach 17 Jahren werden nun auch eimal meine „Lyrics“ für Frl. Andreja Schneider in der Kneipenszene von „Prinz in Hölleland“ gewürdigt! Das ist jetzt wirklich nicht ironisch zu verstehen. Die Noten dazu waren  übrigens auch von mir. Ich glaube, es waren mal mehr Strophen. Aber die kommen ja nicht vor im Film, und ich habe sie auch vergessen. Hier zumindest noch einmal der Text, an den ich mich erinnere:

Chanson vom Trinken an der Bar ohne Geld in den Taschen

Ach ich sitze hier schon gut drei Stunden.
Und ich kippe traurig in mich rein.
An der Bar zählt man für mich die Runden.
Meinen Schwips werd’n sie mir wohl verzeih’n.

Woll’n sie mir ein Tässchen Schnaps spendieren?
Dann sing ich für sie mein schönstes Lied!
Wenn sie woll’n könn‘ sie auch applaudieren.
Aber heftig und nicht nur bemüht!

Es gefällt mir immer noch - wie "mit der Axt gedichtet". Werde noch ein paar
Strophen drauflegen. Und bei Gelegenheit stelle ich dann ein Audio mit meiner
eigenen Interpretation ein.

Was ist das ES?

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Aug 012010
 
Nach der heutigen Lektüre des Gedankenaustauschs bei weissgarnix unter der Überschrift:  ‚Das Kapitalverbrechen der nächsten Gesellschaft‘

A Es ist bemerkenswert:

B Es riecht nach Katastrophe.
C Es riecht nach Aufstand.
D Es riecht nach Auflösung.
E Es riecht nach Unordnung.
F Es riecht nach (Un)Beherrschbarkeit.

G Es sind nicht nur Propheten.
H Es sind nicht nur Eiferer.
I Es sind nicht nur Theoretiker.
J Es sind nicht nur Statistiker.
K Es sind nicht nur Fanatiker.

L Es kann wahr werden.
M Es kann richtig werden.
N Es kann gut werden.
O Es kann geträumt werden.
P Es kann falsch werden.

Q Es wird anders werden.
R Es wird neu werden.
S Es wird anstrengend werden.
T Es wird wahr werden.
U Es wird geträumt werden.

V Es hat Namen.
W Es hat Gesichter.
X Es hat Vertrauen.
Y Es hat Verzweiflung.
Z Es hat Zukunft.

E Es gibt Verantwortung.
G Es gibt Vereinbarung.
H Es gibt Erfahrung.
D Es gibt Bosheit.
F Es gibt Unvorhersehbares.

Wohltemperiert liegt ES einen Halbton unter Verantwortung.

Wolferls politisch nahezu korrekte kalte Gurkensuppe

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Jul 222010
 

sky is blue, Foto: AQ!

Zutaten:

6 frische kleine pommersche Einlegegurken

1/4 l Buttermilch (besser Kefir)

2 mittelgroßer Büffelmozzarella

2 Messerspitzen Guru – Garam Masala (gem)

1 Messerspitze Kreuzkümmel (gem)

1 Messerpitze Otto (gem)

3/4 Teelöffel atlantisches Allianz – Meersalz

1 Esslöffel Kürbiskernöl (bedauerlicherweise kommt das beste aus der Steiermark)

Zubereitung:

Gurken schälen (von der Blüte zum Stiel gegen mögliche Verbitterung), Gurken stadtplanend entkernen. 5 Gurken und den Rest der Zutaten zusammen mit drei Eiswürfeln im Ex-Bischof pürieren. Die letzte Gurke so fein würfeln, wie den Sozialismus im Godesberger Programm und ins Püree geben. Auf zwei schöne große tiefe Wasserstoffbombenerfinder verteilen. Garnieren mit 3-4 fr. Minzeblättchen und/oder Raukeblättchen. Fertig. Dazu ein Baguette zum stippen und eine schöne Flasche Crémant d’Alsace, bitte nicht eiskalt!

Die Parabel vom Resonanzschädel und dem runden Feld

 En passant, Lyrrisch, Nicht vergessen, Stilsicher  Kommentare deaktiviert für Die Parabel vom Resonanzschädel und dem runden Feld
Jun 292010
 

Für meinen Freund Kolja und für die Berliner Band „Populäre Mechanik“

Der Vektor Zeit ist in anderen Räumen verzichtbar. Eine unvorstellbare Erkenntnis. Erkenntnis deshalb , weil sie subjektiv ohne Erklärung bestehen kann. Dennoch: In diesem Raum, gerade weil hier Zeit existiert, bin ich bemüht eine Hinterlassenschaft zu organisieren, um mich und meine Vorstellung von dem, was hier ist, fortzusetzen. Über den Zeitpunkt meiner physischen Existenz hinaus.

Eudaimonie

Das Elend der Welt ist in den Griff zu bekommen.
Der Lernwillige glaubt daran.
Und er will von keiner Entgegnung wissen,
Er litte unter Verfolgungswahn.

Er war es nicht!
Er hat die Dämonen nicht
Gegen andere geschleudert,
Ihm fehlte ein Gegenüber.

Er sieht die Welt mit fremden
Wie mit eigenen Augen:
Damit sie eingeordnet werden kann.
Aus purer Bequemlichkeit!

So mag der Lernwillige sein.

Wenn die Nacht gekommen ist, wird der Wind schärfer. Dann klopft der Lernwillige an die winzigste aller Klosterpforten. Man öffnet ihm alsbald, geleitet ihn ohne Aufschub zum Prior; der fragt den Angekommenen, was er wolle. „Ich suche. Wie finde ich Einlaß in eure Gemeinschaft?“ Der Prior schickt ihn weg. „Wisst ihr überhaupt, wohin ihr mich da schickt?“ – „Dein Zuhause kenne ich eben so gut, wie du unser Kloster“, antwortet der Prior.

Der Lernwillige weint und darf einige Tage im Kloster verbringen. Seine Erinnerung bricht jedesmal an der selben Stelle ab: bei der Entgegnung des Priors. Die Tage im Kloster sind ihm nicht erinnerbar. Was er gegessen hatte, wie er gekleidet, mit wem er sich unterhalten- nichts erinnerbar, nichts, nichts, nichts, außer der Gewißheit, dass er dort war. Präzise Erinnerung ohne Madelaine-Effekt.

Er summt vor sich hin , wie es in seinem Resonanzschädel blüht, nein wuchert.

Oregami, Oregami, O_RE_GA_MI! Entweder ein Phantasiewort oder eine Lautkombination, die irgendwann im Verlauf von 50 Jahren- zunächst als Musik ihren Eingang in den Reigen der Assoziationsmöglichkeiten gefunden hat. Aber reicht nicht das Gedächtnis länger zurück als sein Entstehungsdatum oder das seines Eimers? Oregami betont auf der vorletzten Silbe.

Oregami resoniert tröstend. Oregami, Oregami, Schlaf ein, mein Kind!

Oregami ist ein Hirngespinst. Die Gerwissheit, die ich durch Anspannung erlange, bringt weitere Anspannung. Sie muss eine momentane Gewissheit bleiben. Sie täuscht kurz und enttäuscht länger. Gewissheit, die mir zufällt, bleibt aus, solange ich nicht an sie glauben kann. Woher soll mir also Gewissheit kommen?

Oregami.

Dem Weisen ist die Weisheit zugefallen. Entspannt und gläubig und gewiss. Er erlangt sie nicht, sie bedarf weder seiner noch anderer Anstrengung, um zu sein. Zufall,  Geometrie, Gewissheit. Der Lernwillige, der ein kreisrundes Feld bewirtschaftet, das er selbst präzise kreisrund angelegt hat, wird wissen, dass sein Feld kreisrund ist. Und doch will er sein Feld aus der Entfernung betrachten, um es glauben zu können.

Der Lernwillige, der die Aussaat einfältig dem Wind überlassen hat, muss sich nicht entfernen, weil er am Resultat des Lebens gar nicht zweifelt. Schauen beide nun aus der Entfernung auf ihr kreisrundes Feld, so kann ihre Freude darüber durchaus gleich groß sein. Der erste freut sich, dass ihm gelang, was er vorhatte – letzterer, darüber, dass sein Feld rund geworden ist. Beider Freude speist sich aus der gleichen Quelle. Ihr Wasser durchtränkte beider Feld, gleich wer, gleich wie es angelegt.