Noch bürgerliche Zeichen und Wunder? Wohl kaum.

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Jul 152013
 

Die kapitalgedeckte Altersvorsorge gleicht einem Glücksspiel. Die Krise hat gezeigt: Der Generationenvertrag muss wiederbelebt werden. … Mittlerweile ist die durchschnittliche Jahresverzinsung von Versicherungssparverträgen auf 3,6 Prozent gesunken, Tendenz weiter fallend. Das betrifft nicht nur die privaten Lebens- und Rentenversicherungen, sondern auch den größten Teil der staatlich geförderten Riester- und Rürup-Sparverträge und die betriebliche Altersvorsorge bei Pensionskassen.

Die Rückkehr der gesetzlichen Rente,  ZEIT ONLINE, Ressort Wirtschaft, Rubrik Geldanlagen Allerdings bietet die weitere Lektüre dieses Artikels dann wieder die alten Stereotypen von wegen Lebenserwartung und Geburtenrückgang = Absinken der durchschnittlichen Nettorente – kein Wort über andere Zähler wie Produktivitätszuwachs und vor allem das politisch gewollte Absenken des Rentenniveaus, das die Goldmine für die Versicherungswirtschaft überhaupt erst aufgesprengt hat. Und dann die Augenwischerei mit der Aufstockrente, Almosen. – „Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade.“ (Pestalozzi)

Technokraten gesucht für Ägyptens Regierung

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Jul 062013
 

Da wird man sicher fündig werden. Die Frage ist, wie man sie bei der nächsten Wahl lanciert. Gelänge dies, liefe für den Westen und seine saudischen Verbündeten alles wieder prima im neoliberalen Rückwärtsgang.

Geht es nach Vertretern von Industriezweigen, aus der IT, Unternehmensberatern, Investmentbankern und anderen Wirtschaftsexperten, die eine Nachrichtenagentur nach ihrer Einschätzung befragt hat, so setzt man in diesem Milieu größere Hoffnungen auf die neue Regierung der Fachmänner als auf die vorgängige der Muslimbrüder.

Dass sich neue Chancen ergeben, wird nicht zuletzt damit begründet, dass Saudi-Arabien und die Emirate – beide nicht im Ruf, dass sie mit der MB gute Verhältnisse unterhielten – mit größeren Geldsummen aushelfen. Die Wahrscheinlichkeit sei nun größer, die Gratulationen aus dem Haus Saud und der Emire für den militärisch beförderten Regierungswechsel in Kairo seien schon Stunden später eingetroffen.

Nach der Revolution von 2011 wurden Verfahren wegen Korruption und Veruntreuung gegen Mitglieder der regimetreuen Business-Clique um Gamal Mubarak eingeleitet und Vermögen eingefroren. „Ein Teil der alten Business-Clique verließ in weiser Voraussicht das Land.“ Dagegen kamen Muslimbrüder frei: Khairat al Shater und Hassan Malek, beide schon zuvor erfolgreiche Geschäftsmänner, die durch von der MB-Regierung profitierten. Gegenwärtig ist ein Haftbefehl auf Khairat al-Shater ausgestellt.

Thomas Pany in dem Artikel Ägypten: Schmerzhafte Wirtschaftsreformen in Aussicht auf Telepolis (heise online)

 

Keine Entschuldigung.

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Sep 082012
 

Eigentlich sollte hier bereits die dritte Folge des Sommerkrimis stehen. Am vergangenen Sonnabend wurde mir jedoch die Seite, auf der ich publiziere, endgültig zerschossen. Sie kränkelte schon eine Zeit lang ziemlich, also wie es sich gehört. Ich weiß nun etwas genauer, welche bösen Bubenstreiche es offenbar rechtfertigen, eine harmlose, wenig gelesene Seite, zum Spaß zu zerdeppern, nachdem sie von kommerziellen Arschgesichtern immer wieder benutzt wird, um Content einzusammeln und Backlinks abzugreifen.

Es macht mich müde. Und was schlimmer ist, es drischt genau in eine Phase relativer Schreibwut, die ich eigentlich nutzen wollte, um etwas Hübsches im Netz zu lassen, umsonst – nein eigentlich zahle ich ja noch drauf für dieses eitle Hobby.

Nun sitze ich hier zwei Sonnabende später und bin leer.

Ich überlege, ob diese Seite auf eigenem Server (ist fertig und flunzt, denn ganz untätig war ich ja doch nicht, auch Radio kann bei Bedarf wieder gemacht werden) nur noch Sonntags für jeweils 6 Stunden laufen soll. Ich verknappe das Angebot und steigere so die Nachfrage. Kokolores. ich schaue bei der Wikipedia und bin schlauer: Kokolores= Unsinn. „Dieser Artikel befasst sich mit dem abstrakten Begriff Unsinn, für den ehemaligen Eishockeytrainer siehe Xaver Unsinn.“

Den eigenen Server 6 Stunden lang pro Woche zu betreiben,  würde bedeuten, pro Woche 6 x 1 Stunde lang ca. 50 Watt zu verbrauchen – selbstredend Ökostrom, wie mein Webhoster.  Aber für mich würde es teuer! Die Webhoster sind mit den Stromkosten eindeutig im Vorteil. Ich weiß nicht, ab welcher Größenordnung und Systemrelevanz man ihnen die Elektronen quasi hinterher tunnelt. Wahrscheinlich bekommen sie jedoch auf jeden Fall satte Rabatte, ein Prinzip, das für Großabnehmer nur in einem sozialistischen Gesellschaftssystem Sinn macht.

Ich denke an Viktor von Bülows Darstellung eines pensionierten Ehemanns, der im Tante Emma Laden eine Palette Senf bestellt, weil dann das einzelne Glas unschlagbar billig wird – so funktioniert ja die derzeit praktizierte „Wirtschaftsethik“. Ich habe, wie Evelyn Hamann als Ehefrau, nun den Part, mir ökonomischen Sinn vernünftig zu generieren, weil ich eben die substanziellen Einblicke in die eigenen ökonomischen Verstrickungen besser kenne, als jemand, der ständig auf der Suche nach dem größeren Schnäppchen für seine Aktionäre ist. Es gibt eine großartige Kolumne vom alten Vertretungshausmeister der TAZ (Helmut Höge) in der Jungen Welt. Sie heißt ‚Wirtschaft als das Leben selbst‘. Das ist es. So sollte es wahrgenommen werden.

Wie an anderer Stelle schon gesagt, ich vergesse nicht. Aber natürlich kann ich Bubenstreiche verzeihen. Die Arbeitsmarktreformen der SPD und dreiste Strom- und andere Preise verzeihe ich niemals -und noch einiges mehr.

Armutszeugnis für Gewerkschaften

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Nov 232011
 

Abbildung 4.4: Entwicklung der (Primär-) Einkommensquellen der privaten Haushalte seit 2000

Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter. Das Vermögen konzentriert sich in immer weniger Händen. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verfügen über 61 %, das wohlhabendste Prozent über 23 % des gesamten Nettovermögens. Auf der anderen Seite der Vermögensspirale sieht das  Bild ganz anders aus. 70 % der Erwachsenen besitzen gerade einmal 9 % des Gesamtnettovermögens. 27 % der Bevölkerung verfügen über kein Vermögen oder haben gar Schulden. Forciert wurde diese zunehmende ungleichere Verteilung der Vermögen auch durch zahlreiche Rechtsänderungen, die die Akkumulation von Vermögen gegenüber Arbeitseinkommen steuerlich privilegiert.

Bedenklich ist dies vor dem Hintergrund, dass sich der zu verteilende Kuchen insgesamt vergrößert hat. Das Vermögensvolumen hierzulande hat sich in den letzten Jahren von 6,5 Billionen Euro (2002) auf 8 Billionen Euro (2007) vergrößert. Durchschnittlich darf ein Erwachsener in der Bundesrepublik ein Vermögen im Wert von rd. 88.000 Euro sein Eigen nennen. Betrachtet man den Medianwert, so ergibt sich lediglich ein Vermögen von 15.300 Euro.

Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland ist in den vergangen 15 Jahren massiv auseinander gegangen, Deutschland rutscht immer mehr in eine soziale Schieflage. Zu diesem Ergebnis kommt der Verteilungsbericht 2011 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter dem Titel ‚Aufschwung für alle sichern!’ „Unser Wirtschaftssystem ist dabei, seine politische und soziale Legitimation zu verspielen, die auch auf einem für alle wachsenden Wohlstand fußt“, warnte Claus Matecki, DGB-Vorstandsmitglied, am Mittwoch in Berlin.

Richtig, Kollege Matecki! Ich schlage daher vor, das windelweiche Modell der Sozialpartnerschaft  von einer beliebigen in  kommunaler Hand befindlichen Müllabfuhr rückstandslos entsorgen zu lassen und sich ganz schnell zu einer klassenbewussten Kampforganisation zu mausern. Es eilt wirklich sehr Kollegen! Fangen wir doch mit dem Kampf gegen das faktische Verbot des Generalstreiks in der BRD an.

DGB-Verteilungsbericht 2011 (PDF, 2 MB)