Deutsche Mütter 2010

 Lyrrisch, Nicht vergessen, Zitat  Kommentare deaktiviert für Deutsche Mütter 2010
Okt 312010
 

Deutsche Mütter: Was habt ihr gelernt
aus dem letzten, dem vorletzten Krieg?

An Deiner modernen Supermarktkasse
plauderst Du freundlich, eifrig kassierend
mit einem Ehepaar, in Deinem Alter wohl.

An ihrem Einkauf, sieht man:
Sie sind sicher reicher als Du –
Auf dem Band die Trüffelbutter.

Wie auf dem Markt entsteht da ein Tratsch.
So ungefähr von Mutter zu Mutter.
Sie nennen sie faul und bequem, Söhne!
Männer, die sie geboren haben.

Reiche deutsche Frau, kleine deutsche Angestellte,
Ihr scheint Euch so einig in Euren Sorgen zu sein,
vertraulich miteinander, so ganz unterschiedslos.

„Bald ist Schluss mit Hotel Mama!“, sagt die eine –
„Und meiner, der geht nächstes Jahr zum Bund“,
freut sich die andere: „Lernt er Zucht und Ordnung!
Da wird ihm keiner mehr was hinterher räumen!“

Und wisssend lächelt eine fremde Frau zurück.
Stimmt scheinbar zu, nickt einer Mutter entgegen.
Doch es betrifft sie nicht und auch Ihr Gatte schweigt.

Ich hätte nicht länger schweigen sollen!
Der Nachwuchs, hätte ich sagen wollen,
ob Bub ob Mädchen, Sie lernen dort töten.
Darauf läuft es hinaus im Soldatenberuf.

Wie Eure Großväter kommt Eurer Kind
aus dem sinnlosen Krieg vielleicht bald
im Zinksarg oder mit zerfetztem Gliedern,
am Grauen irre georden, zu Euch zurück.

Das ist der Preis für Zucht und die Ordnung
Der kleinen Kassiererin, der ist nicht zu hoch?
Sie freilich, wird’s nicht bezahlen müssen.
Helft Eurem Sohn ins Leben, nicht in den Tod!

Deutsche Mütter! Was habt ihr gelernt
aus dem letzten, dem vorletzten Krieg?

Traum-Splitter 1

 Gespalten, Kurz  Kommentare deaktiviert für Traum-Splitter 1
Jan 242010
 

„In dem Kinderwagen der Firma Naether/Zeitz aus den 20gern sind vermutlch sieben Söhne von drei Müttern spazieren gefahren worden.“  Ei, wie putzig, ach wie niedlich, mach schön dein Bäuerchen. Sie grinsten breit, wurden gefüttert,verhätschelt, gewickelt usw.

„Sechs von Ihnen starben den Heldentod fürs Vaterland.,“ erklärte der Geschäftsführer der <Stiftung Kriegerdenkmal> dem Presseoffizier der Bundeswehr, der zuvor drei Jahre Afghanistan absolviert hatte und gerade wieder in die Heimat versetzt worden war. Der Offizier nickte und bemühte sich seinen freundlich, väterlichen Gesichtsausdruck nicht zu verlieren, denn er dachte an den weggeschossenen Unterkiefer eines Kammeraden. Und eigentlich war er für einen väterlichen Gesichtsausdruck auch noch viel zu jung.

„Und deshalb,“ fuhr der Stiftungsbeauftragte in seinem todschicken Sacko und in seinen handgefertigten englichen Lederschuhen Halt findend fort, „deshalb haben wir den Künstler beauftragt, dass er den Kinderwagen bei der Restaurierung unseres 14/18 Ehrenmahls auf dem Markt, genau diesen Kinderwagen mit Bronze überzieht und ihn auf der Spitze des Denkmals pyramidal aufschweißt. Der Platz reicht dicke. Ich habe gestern selbst den Zollstock in die Hand genommen.“

Der Stiftungsmann lachte ungezwungen, denn er hatte nichts zu verlieren und noch nie etwas verloren. Und der Presseoffizier blieb Presseoffizier bis ihn ein verdienter Ruhestand ereilte.